
Der Basilisk zu Forchheim, historischer Roman, 256 Seiten,
Hardcover mit Schutzumschlag, 14,80€, ISBN 3-00-015720-4
Erzählt von Arndt Beucker
Es war vor einigen Monaten im Jahre des Herrn 1507, dass ich meine Heimatstadt Nürnberg und meine Mutter, meine Brüder und Schwestern verlassen hatte. Nürnberg entkam ich mit Freuden, meine Mutter verließ ich mit einem nur mühsam unterdrückten Gefühl der Trauer. Ich wusste genau, dass es ihr ebenso erging. Gleichzeitig aber erfüllte mich mit unbändiger Freude, dass ich den engen Gassen meiner Heimatstadt entfliehen konnte. Ich hoffe, Gott der Allmächtige wird mir verzeihen! Aber das Gefühl der Freude hatte es nicht schwer, Oberhand zu gewinnen über die Trauer, meine Familie zurückzulassen.
Es sollte meine erste lange Reise werden, mein Großonkel hatte aus Lissabon geschrieben, wo er sich seit einigen Jahren niedergelassen hatte und seit dem Tod seines hochherrschaftlichen Gönners ein bescheidenes Leben fristete. Wie bescheiden, das sollte ich erst erfahren, als ich nach mehrwöchiger Reise zuerst nach Antwerpen kam und dann auf dem Seeweg in Lissabon eintraf.
Ein anderer Verwandter, der jüngste Bruder meines Onkels, der ebenfalls in Lissabon lebte, war kurz vor meiner Ankunft überraschend gestorben und – da er ein bedeutender Kaufmann war – mit großem Pomp beigesetzt worden. Ich habe ihn niemals kennen gelernt. Aber die vielen Gerüchte und bösen Geschichten, die weit über den Kreis meiner Familie hinaus in Nürnberg, Lyon und Lissabon über den Streit zwischen dem ältesten und dem jüngsten der Brüder erzählt wurden, verdeutlichten auch einem so unerfahrenen Menschen wie mir, dass brüderliche Liebe das letzte der Gefühle gewesen sein dürfte, das zwischen den beiden geherrscht hatte. Obwohl ein wunderliches Schicksal sie in ihrer beider letzten Lebensjahre weit entfernt der Heimat wieder fast zusammengeführt hatte. Doch, wie man mir erzählte, sind sie sich in Lissabon sorgfältig aus dem Weg gegangen und trafen sie sich dennoch einmal zufällig, so war ein kurzes, wortloses Nicken der einzige Gruß gewesen, den sie sich gegönnt hatten.
Nun war ich unerwartet früh wieder zurückgekehrt. Auf einem umständlichen und langwierigen, ebenso beschwerlichen und kaum weniger gefährlichen Landweg, als dem doch bequemeren Seeweg, vor dem mich mein Onkel so eindringlich gewarnt hatte. Ich entsprach damit seiner letzten Bitte. Denn nur wenige Monate, nachdem sein jüngster Bruder gestorben war, ereilte auch ihn der Tod.
Er hatte es mir freigestellt, wann ich seinen Auftrag erledigen sollte.
Ich traf ihn in Lissabon in nachgerade unwürdigen Verhältnissen an. Ausgezehrt und krank lebte er in zwei winzigen Kammern unter dem Dach. Die Witwe, der das baufällige Haus gehörte, war selbst schon alt und gebrechlich, so dass sie nicht mehr in der Lage war, ihren Mietern die Mahlzeiten zuzubereiten, für die sie die Frau bezahlten. Sein Leibrock starrte vor Schmutz, die Kammern rochen schlechter als die enge Gasse, in der sich der Unrat aus den Häusern sammelte, ohne dass ein Bächlein, wie hier in Forchheim, dafür sorgte, dass sie fortgespült wurden. Nur wenn es regnete, und es regnete sehr selten, schwemmte es den Dreck hügelabwärts in einen Graben. Schweine und Ratten teilten sich die staubige Gasse und schienen die eigentlichen Bewohner dieser Gegend zu sein. Die Menschen, die hier wohnten, versuchten sich im Schatten ihrer Behausungen zu verstecken, als wären sie überhaupt nicht vorhanden, als gäbe es sie nicht.
Was war übrig geblieben vom Ruhm meines Onkels? Wer kümmerte sich hier in dieser ärmsten Ecke Lissabons darum, dass er Jahre zuvor von König João II. in den Adelsstand erhoben und zum Ritter geschlagen worden war?
Ihm selber aber bedeutete diese rasch verblasste Ehre trotz oder vielleicht auch gerade wegen seiner Lage sehr viel. Und schon bald nach meiner Ankunft in Lissabon begann ich zu verstehen, wie viel sie ihm bedeutete und warum. Hatte ich nicht selbst dieses tiefe Gefühl der Befreiung empfunden, als ich die Mauern Nürnbergs hinter mir ließ? Wie sehr muss er es vor einigen Jahrzehnten genossen haben, die Enge der patrizischen Welt mit ihren tausend ungeschriebenen Regeln und Vorschriften zu verlassen, um sein Glück in der Fremde zu suchen, auch wenn ich heute weiß, dass er es niemals gefunden hat.
Ein grob gezimmerter, vierrädriger Karren war das einzige Vermächtnis, das mir von meinem Onkel und Lissabon blieb. Und sein unter Tränen von mir erbetener Auftrag, den ich nun versuchte, in die Tat umzusetzen. Dieser Auftrag war ihm wichtiger als sein Seelenheil. Denn es war ihm gleichgültig, wie viele Messen für ihn nach seinem Tod gelesen würden und ob sein Grab genauso prächtig ausschauen würde wie das seines jüngsten Bruders.
”Verscharr meinen Leib! Es ist mir egal”, keuchte er von Auszehrung gezeichnet, ”aber bring diesen Kasten zu Lorenz nach Bamberg. Ich besitze nicht mehr viel, doch versprich mir, dieses Geld nicht für unnütze Gebete und eine aufwendige Beerdigung zu verschwenden. Nimm es für deine Reise und versprich mir, dass du über Land fährst. Nimm nicht den Seeweg! Hörst du! Er ist zu gefährlich! Sorge dafür, dass diese Kiste sicher und wohlbehalten nach Bamberg kommt!” Dies war sein letzter Wunsch und ich versprach ihm auf seinem Totenbett, dieser Bitte in allen Einzelheiten nachzukommen.
Vor einiger Zeit war er in die Hände von Seeräubern gefallen und ihnen mehr als ein Jahr später mehr tot als lebendig wieder entkommen. Deshalb hatte er mir auf seinem Sterbebett abverlangt, seine wertvolle Fracht über Land zu transportieren.
Doch kaum hatte ich spanischen Boden betreten und den Tajo bei Alcántara überquert, wurde ich von einem einzelnen Reiter in raschem Galopp überholt. Er war so schnell vorbei, dass ich noch nicht einmal den Hut ziehen und ihn grüßen konnte. Kaum war er vor dem Wagen riss er sein geschundenes Pferd zur Seite, ließ es über einen Graben setzen und verschwand seitlich des Wegs hinter einigen hohen Hecken.
Es war offensichtlich, dass er die Deckung meines Karrens ausgenutzt hatte. Denn nur wenig später ertönte das Getrappel zahlreicher weiterer Reiter, die kaum, dass auch sie mich überholt hatten, anhielten. Sie verteilten sich vor mir auf dem Weg, so dass auch die Mähre, die meinen Wagen zog, einfach stehen blieb. Es waren ein Dutzend Reiter alle in Harnisch und Helm, einige mit Armbrüsten andere mit Spießen und Schwertern bewaffnet. Wild sahen sie sich nach allen Richtungen um, dann kamen drei von ihnen zum Wagen. Ihre finsteren Gesichter und ihre in der Sonne funkelnden Waffen verhießen nichts Gutes.
“¡Alto!”, rief einer der Bewaffneten, als er auf seinem Pferd heranpreschte.
Dabei war ich mit meinem Karren längst stehen geblieben. So viel Spanisch verstand ich. Doch seine nun auf mich herabprasselnde Wortflut konnte ich nur mit einem Schulterzucken beantworten. Ich bemühte mich, ihm mit einer unbeholfenen Mischung aus Portugiesisch, Italienisch und Latein zu verstehen zu geben, dass mir seine Worte unbegreiflich blieben.
“Alemão ...”, sagte ich dann noch und zeigte dabei auf mich.
“Alemán ... pah ...” Der Reiter wedelte mit der Hand und spuckte dann aus. Ich ließ mir nicht anmerken, dass ich die Beleidigung wohl bemerkt hatte, sondern stellte mich weiterhin dumm. Was die Kerle wollten, war mir längst klar.
“¡Pico!”, schrie er jetzt zu den anderen und winkte einen von ihnen herbei.
Picos Gesicht unter dem Helm war nass vor Schweiß. Der kleine, bedauernswert abgemagerte Gaul konnte seinen Reiter kaum tragen, dessen Kürass eine Sonderanfertigung sein musste. Aus dem Eisen dieses Harnischs hätte jeder gute Waffenschmied normalerweise drei gemacht. Der Kerl war so dick wie ein gemästeter Ochse, nur dass mir Ochsen lieber sind, vor allem gebraten auf meinem Teller.
“Du Reiter gesehen ... kommen vorbei ... äh ... sable ...”, Pico sprach ein etwa so passables Deutsch wie meine Mixtur auch geklungen haben mag. ‚Sable’ verstand ich, er meinte den Säbel des einzelnen Reiters, der mich kurz zuvor überholt hatte, um sich dann, die Deckung meines Wagens nutzend, seitlich in die Büsche zu schlagen. Es hatte keinen Sinn zu leugnen, natürlich hatte ich den Reiter gesehen. Also nickte ich langsam, so als würde mir erst jetzt klar, was man von mir wolle. Sollten sie mich ruhig für einen Idioten halten. Gegen das knappe Dutzend dieser Burschen hätte ich ohnehin nichts ausrichten können.
“Und lang wo?”, fragte Pico und seine kleinen, zusammengekniffenen Äuglein in dem feuchtglänzenden Gesicht bekamen einen stechenden Ausdruck.
“Äh, aí – lá ... da – dort”, sagte ich und wies mit weit ausgestrecktem Arm geradeaus, um ihn dann jäh nach rechts herumzuschwenken. Dort hinten konnte ich die Ruine einer Windmühle erkennen, deren Flügel wie das Gerippe eines vor langer Zeit verendeten Tieres in das Blau des Himmels ragte.
Der Anführer, der zuvor auf mich eingeredet hatte, sah mich kurz an, dann in die von mir gewiesene Richtung und stieß einen scharfen Befehl aus. Grußlos hetzten sie wieder los, wobei das arme Pferdchen des dicken Pico sofort die Nachhut bildete, obwohl der Reiter versuchte, ihm die Sporen zu geben. Aber seine Oberschenkel waren wie Baumstämme und so stieß er mit seinen Hacken einfach nur Löcher in die Luft. Ich schnalzte leise mit der Zunge, damit sich auch das Pferd vor meinem Wagen wieder in Bewegung setzte. Ein Geräusch hinter mir ließ mich herumfahren.
“Langsam ... und danke mein Freund ...”
Mit diesen Worten schwang sich der Reiter, dessentwegen ich angehalten worden war, von hinten auf die Ladefläche des Wagens und befestigte die Zügel seines Pferdes am Gestänge. Dann kroch er nach vorne zu mir und nahm neben mir Platz.
“Und jetzt hier nach links. Vorsicht es ist etwas holprig.” Mit diesen Worten griff er mir in die Zügel und dirigierte den Karren zwischen vertrocknetem Gestrüpp auf eine mit Steinen übersäte Randfläche eines Ackers. Direkt daneben ging es gut zehn Fuß steil nach unten in ein ausgetrocknetes Flussbett hinab.
“Nochmals danke, aber ich will nicht, dass die Soldaten ihrer Majestät, dich an meiner Stelle gefangen nehmen, sobald sie merken, dass du sie in die Irre geführt hast ...”
“Ich dachte”, stammelte ich noch völlig überrascht vom plötzlichen Wiederauftauchen, “du wärst längst über alle Berge. Lange genug aufgehalten habe ich sie jedenfalls ...”
Der Unbekannte neben mir lächelte. “Nein, nein. Ich war keinen Steinwurf von euch entfernt hinter den Büschen. Hättest du sie mir hinterher gehetzt, hätte ich sie mit ein paar Kugeln aus meinen Terzerols empfangen ...”, er klappte seinen Mantel zur Seite und ich sah mit einigem Staunen insgesamt vier kurze Handbüchsen darin stecken, zwei auf jeder Seite. “Man kann nie wissen”, sagte er, “vielleicht wäre eine der Kugeln unglücklich gegangen und hätte dich getroffen, statt meine Häscher. Halt! Hier herab ...”
Jetzt lenkte er den Wagen in das trockene Flussbett hinab. Ich schluckte und sah ihn mir genauer an. Dunkle lockige Haare fielen unter dem Barett auf die Schultern und bildeten einen höchst auffälligen Kontrast zu einem feuerroten Bart.
“Ich habe mich noch nicht vorgestellt”, sagte der Mann. “Ich heiße Dschereddin, meine Freunde nennen mich auch Barbarossa.” Er lachte laut auf, als er mein entsetztes Gesicht sah. Es lief mir heiß und kalt den Rücken herunter. Jetzt war mir klar, wem ich da geholfen hatte.
”Dschereddin Barbarossa ...”, stammelte ich, während der Wagen durch das ausgetrocknete Flussbett holperte.
”Genau der”, antwortete der Fremde lächelnd. ”Der Bruder des gefürchteten Horuk Barbarossa ...”
Gefürchtet war untertrieben. Seit Jahren beherrschten die beiden Brüder mit ihren zahllosen Kaperschiffen das Mittelmeer. Horuk beanspruchte mittlerweile sogar den Titel eines Königs – zu Recht, schließlich war er der König der Piraten. Keiner wusste, woher die beiden kamen. Man munkelte, dass es sich um griechische Juden handele, die mit einigen wilden Araberstämmen an der Nordküste Afrikas gemeinsame Sache gemacht hätten. Jedenfalls versenkten sie die Schiffe ihrer ausgeplünderten Opfer nicht, sondern behielten sie und hatten so im Lauf der Zeit eine Flotte zusammengeraubt, die mittlerweile sogar in der Lage war, sich gegen die Spanier und die italienischen Stadtstaaten zu behaupten.
Barbareskenstaat hieß das sorgfältig im Norden Afrikas versteckte Rückzugsgebiet der Piraten, in dem sie angeblich sagenhafte Schätze angehäuft hatten.
Ich stellte mich meinem ungebetenen Reisegast vor. Innerlich aber zitterte ich, denn ich wusste genau, dass die Soldaten der spanischen Krone nicht lange fackeln würden, sollten wir in ihre Hände fallen. Am liebsten wäre mir gewesen, Dscherredin hätte so schnell wie möglich das Weite gesucht. Stattdessen sah ich ihn immer wieder Blicke auf meine Fracht werfen.
”Du fragst dich sicher, was so ein gefürchteter und gesuchter Mann wie ich allein und mitten im Gebiet seiner Feinde verloren hat”, sagte Dscherredin. Ich nickte, obwohl es mir in diesem Moment herzlich egal war. Viel mehr bedrückte mich die Frage, ob ich aus dieser Geschichte lebendig wieder herauskäme, und, falls ich mit viel Glück und Gottes Hilfe überleben sollte, ob es mir gelingen würde, auch die Kiste meines verstorbenen Großonkels zu retten.
Dscherredin lachte, als er meine sorgenvolle Miene sah und klopfte mir auf die Schulter. Dann erzählte er, dass er einen seiner Männer, seinen besten Steuermann, aus einem Gefängnis in Alcántara befreit habe. Sie seien nun auf getrennten Wegen zu einem Versteck in Küstennähe unterwegs, wo seine Leute und auch der befreite Steuermann hoffentlich auf ihn warten würden. Unser derzeitiger Weg aber führte geradewegs fort von der Küste, weshalb ich nicht wusste, was ich von seinen Worten halten sollte.
”Der Kerl wollte unbedingt, bevor er wieder mit mir in See sticht, noch ein Liebchen treffen. Ausgerechnet die Frau, bei der ihn die Schergen der spanischen Krone festgenommen haben.” Wieder lachte er, als fände er es ungeheuer komisch, dass sein Steuermann nicht von der Frau lassen könne, die ihm schon einmal zum Verhängnis geworden war. Inzwischen erhoben sich zu beiden Seiten die Uferwände des ausgetrockneten Flussbettes wie die Steilwände einer gewaltigen Schlucht. Und sie wurden nicht nur immer höher, sie rückten auch immer enger zusammen. Unmöglich dort mit dem Wagen wieder hoch zu kommen. Mittlerweile kam ich mir regelrecht eingepfercht vor.
”Du siehst, mein Leben bleibt spannend”, sagte er trocken. ”Nicht genug, dass ich nicht weiß, ob meine Befreiungsaktion überhaupt von dauerhaftem Erfolg gekrönt war, fahren wir jetzt auch noch in die falsche Richtung. Aber eines sage ich dir, um deine Fracht brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Ich habe gewiss schon viele Menschen ausgeraubt, aber du hast mir geholfen, und so etwas vergesse ich nicht.” Dabei grinste er breit.
Wir bogen, weiter dem Verlauf des Flussbetts folgend, um eine Kurve. Hinter der Biegung wurde es in großer Höhe von einer steinernen Brücke überspannt. Über die Brücke galoppierte geradewegs ein wohlbekanntes Dutzend bewaffneter Reiter hinweg. Und nicht nur wir erkannten sie. Ihr Geschrei und heftiges Gestikulieren war eindeutig. Auch sie hatten uns entdeckt.
”Sie haben uns entdeckt!”, rief ich und im gleichen Moment riss mir Dscherredin die Zügel aus der Hand und schnalzte mit der Zunge. Tatsächlich zog das Pferdchen den Wagen mit einem Ruck vorwärts. Es kam mir so vor, als gehorche es dem Piraten aufs Wort. Vielleicht war es aber auch nur ein besonders dicker Stein, über den die Räder holperten. Kaum waren wir unter der Brücke durch, konnte ich die Soldaten, von der Plane meines Wagen verdeckt, nicht mehr sehen, aber umso besser hören.
Laut donnerten die Schüsse, die sie auf uns abgaben. Doch Dscherredin blickte sich noch nicht einmal um, als eine der Kugeln unmittelbar neben uns einen faustdicken Kiesel zertrümmerte und uns die Splitter um die Ohren flogen. Zum Glück wand sich der ausgetrocknete Flusslauf erneut um eine Kurve, so dass wir rasch aus dem Schussfeld der Büchsen und Armbrüste waren. Erst jetzt sah sich der Pirat um.
”Ein Glück”, murmelte er. Dann sagte er lauter: ”Sie haben schlecht gezielt und noch schlechter geschossen.” Ich verstand, was er sagen wollte. Denn sein Pferd, das er hinten an den Wagen gebunden hatte, schien weder Kugel noch Pfeil abbekommen zu haben, obwohl es für die Soldaten zweifellos das größte Ziel geboten hatte.
Trotzdem hatte ich ein ungutes Gefühl. Denn nur kurz vor der Brücke hatte ich einen schmalen Pfad, der von oben in das Flussbett herabführte, ausmachen können. Zu eng und steil für den Karren, aber vielleicht gerade noch breit genug für einen Esel oder ein Pferd.
Wie zur Bestätigung trugen die steilen Wände der Schlucht ein vielfaches Echo zu uns. Entferntes Hufgetrappel, das sich in das Holpern und Rattern der Räder des Karrens mischte. Natürlich hatten sie diesen Weg entdeckt. Und schon bald würden sie uns auf ihren schnellen Reittieren eingeholt haben.
”Wir müssen hier raus”, sagte ich und konnte nicht verhindern, dass sich meine Stimme vor Panik regelrecht überschlug.
”Klar, das müssen wir”, antwortete Dscherredin, ”aber es gibt nur einen Weg.”
Dabei wies er mit dem ausgestreckten Arm nach vorn.
Hatte er wirklich einen Weg oder nicht doch etwa keinen Weg gesagt? Rechts und links die hohen, steilen schluchtartigen Wände des tief ins Gestein gegrabenen Flussbetts. Zu allem Übel erhob sich unmittelbar vor uns eine weitere kirchturmhohe Felswand, über die das Wasser, wenn der Fluss welches führte, in gewaltigen Kaskaden herabstürzen musste. Und hinter uns wurden die Hufschläge unserer Verfolger immer lauter. Der Karren war stehen geblieben. Hier sollte also unsere kopflose Flucht enden.
”Runter vom Wagen!”, rief Dscherredin und riss mich, als er mein Zögern bemerkte, heftig am Arm. Das von vielfachen Echos begleitete Getrappel der Pferde unserer Verfolger kam immer näher. Rechts, links, nach vorne oder hinten, in keine Richtung ging es mehr weiter. Dennoch folgte ich dem Piraten und rannte, meinen Wagen, mein Pferd und die Fracht zurücklassend, hinter ihm her.
Keuchend zog ich mich an der Felswand nach oben und kletterte mit einer Geschwindigkeit, die ich mir nie zugetraut hätte, über die schmalen Steingrate, als sei der Teufel persönlich hinter mir her. Ich spürte nicht, wie ich mir das Wams einriss und die Unterarme blutig schürfte.
Und ich warf keinen Blick mehr nach unten, wo das Geschrei und Hufgetrappel der spanischen Soldaten immer lauter wurde. Dscherredin zog mich schließlich über die Felskante.
”Weiter”, zischte er und rannte einen schmalen Pfad entlang, der hinter einigen hohen Felsplatten verschwand. Gerade noch rechtzeitig konnten wir hinter dieser Deckung verschwinden. Vorsichtig hinunterlugend sahen wir, dass der kleine Trupp gerade um die Biegung preschte, des Wagens und der Pferde ansichtig wurde und abrupt anhielt.
Man konnte deutlich die spanischen Befehle hören. Auch wenn ich sie nicht verstand, wusste ich doch, was sie zu bedeuten hatten. Denn die Männer saßen augenblicklich ab und näherten sich vorsichtig dem Wagen, hinter dem sie uns vermuteten. Während ich die Soldaten von meiner erhöhten Position aus beobachtete, bemerkte ich überhaupt nicht, dass Dscherredin längst verschwunden war. Verwirrt sah ich mich um und entdeckte ihn schließlich ein kleines Stück weiter an der Biegung oberhalb des ausgetrockneten Flusslaufs.
Er legte den Finger über die Lippen. Doch diese Warnung wäre nicht notwendig gewesen. Ich bückte mich und rannte geduckt zu ihm. Wir befanden uns jetzt im Rücken der Schergen. Dscherredin zog mich noch ein Stück weiter.
”Siehst du diesen Felsen?”, flüsterte er in mein Ohr. Direkt unter uns ragte ein wuchtiger Felsbrocken aus der Uferwand des Flussbetts. Links und rechts türmten sich seitlich weitere Felsen und Gestein. Ich begriff seine Absicht, aber es kam mir aberwitzig vor. ”Wenn es uns gelingt eine Lawine auszulösen, die diesen Brocken dort unten herauslöst, versperren wir ihnen den Rückweg.”
”Und was haben wir davon ...” Ich schüttelte skeptisch den Kopf.
”Dann sitzen sie in der Falle und wir können im schlimmsten Fall jeden einzelnen von ihnen erledigen. Ich schieße und du lädst.” Er zeigte auf die vier Terzerols, die er an der Innenseite seines Mantels trug. ”Und glaub mir, ich schieße besser als diese Burschen ...”
Dann kletterte er, ohne meine Antwort abzuwarten, die angrenzende Felswand ein Stück nach oben und lehnte sich gegen einen nahezu mannsgroßen Felsen. Ich sprang ein Stück zur Seite, da ich nicht Teil der Lawine werden wollte. Doch der Fels bewegte sich kein Stückchen.
Ich stieg zu ihm.
”Nimm einen etwas kleineren Felsen”, sagte ich.
”Welchen?”, knurrte er. Leider hatte er recht. Kein anderer Felsbrocken lag günstiger. Wieder stemmte er sich dagegen. Ich sprang hinzu und drückte ebenfalls mit aller Kraft gegen den gewaltigen Stein. Doch auch mit vereinten Kräften bewegte er sich noch nicht einmal um Haaresbreite.
”Lass! Es hat keinen Zweck”, keuchte er schließlich.
”Wie viel Pulver hast du noch?”, fragte ich.
”Holla! Du bist schlauer als ich dachte”, sagte er lachend. Dann wühlte er in der staubigen Erde, die sich am unteren Ende des Felsen befand. Während er in die schmale Öffnung, die er grub, Pulver hineinstreute und fest presste, musste ich kleinere Fels- und Gesteinsbrocken herbeischleppen, die er über die Pulverladung und den großen Felsen verkantete.
”Wir habe nur ein kleines Problem”, sagte er mit blitzenden Augen, ”Pulver habe ich reichlich, aber nur noch ganz wenig Zündschnur. Doch egal – wir haben ohnehin nur eine Chance ...” Dann kniete er sich neben ein kaum fingerlanges Stückchen Lunte und schlug sein Feuereisen gegen den Stein. Ich zuckte zusammen, weil ich wusste, dass man diesen Lärm auch unten in der Schlucht hören musste.
Dscherredin warf sich mit Wucht gegen mich und gemeinsam rollten wir den steilen Hang hinab. Ich sah noch aus den Augenwinkeln, dass die Schnur Feuer gefangen hatte und fürchtete gleichzeitig, dass wir über den schmalen Pfad hinaus in den Abgrund stürzen würden. In diesem Augenblick donnerte es ohrenbetäubend oberhalb unserer Köpfe und zischend spritzte weggesprengtes Gestein über uns hinweg. Atemlos blickten wir zu dem Felsen hoch, der von einer Qualmwolke umhüllt und kaum noch zu erkennen war. Ich wollte schon resigniert in mich zusammensacken, denn trotz des Rauches sah ich, dass er immer noch unbeweglich an seinem Ort verharrte.
Da packte mich Dscherredin am Arm und stieß einen lauten Schrei aus. Erstaunt blickte ich in ihn an, schaute wieder hoch und bemerkte, dass sich der Felsen ganz langsam zur Seite neigte. Dann knirschte es. Loses Gestein prasselte kaum eine Armlänge von uns entfernt herab. Der Fels kippte vornüber. Nach nur zwei Umdrehungen schlug er donnernd in den Gesteinshaufen, der sich direkt auf dem schmalen Pfad angesammelt hatte und wieder stockte mein Atem, denn es schien, als käme er nach diesem kurzen Sturz zum Stehen. Doch dann kippte er erneut. Diesmal riss er die meisten anderen Steine mit sich und stürzte mit Wucht auf jene gewaltige Felsnase, die direkt unterhalb des Ufersaums aus der Steilböschung ragte, und riss endlich auch diesen Brocken mit sich.
Nun gab es kein Halten mehr. Immer mehr Felsen und Gestein löste sich und prasselte lärmend und Staub hochwirbelnd auf den Grund des ausgetrockneten Flussbettes.
”Nach vorne zur Biegung”, rief der rotbärtige Pirat und rannte los. Er hatte recht, von dort hatte man den besten Überblick.
Kaum angekommen, sahen wir, dass auch einige unserer Verfolger zur Biegung geritten waren, um nachzuschauen, was der Lärm zu bedeuten hatte. Den Rest der Truppe sahen wir weiterhin den Wagen und die beiden Pferde bewachen. Offensichtlich nahmen sie immer noch an, dass wir uns dort versteckt hielten. Von unserer Position aus konnten wir jetzt gut das hintere wie das vordere Stück des Flussbetts überblicken. Inzwischen legte sich der Staub und offenbarte auch den spanischen Soldaten, dass die durch unsere Explosion ausgelöste Gerölllawine ganze Arbeit geleistet hatte. Mit Pferden war dort kein Durchkommen mehr.
”Holt euren Hauptmann!”, schrie Dscherredin zu den Soldaten hinab. Noch immer hielt er den glühenden Span in seiner Hand, mit dem er die Lunte der Sprengladung in Brand gesetzt hatte.
Erschrocken ruckten die Köpfe der Schergen nach oben. Sie hatten uns erst jetzt entdeckt. Einer von ihnen schleppte eine Arkebuse, die mindestens so lang war wie er selbst. Mühsam versuchte er die Büchse auszurichten und entzündete die Lunte. Dscherredin lachte. Doch als der Schuss krachte, riss er mich mit zu Boden. In das Geräusch mischte sich ein weiterer ohrenbetäubender Knall, gefolgt von einem infernalischen Schrei. Ich sah, dass der Pirat noch im Fallen ein Terzerol gezogen und abgefeuert hatte. Während der Schuss des Spaniers wirkungslos in die Felswand über uns schlug, hatte seine Kugel den Schützen am Arm erwischt.
”Muss ich erst einen von euch umbringen oder holt ihr jetzt den Hauptmann!”, rief er nun erneut. Doch diese Aufforderung war unnötig. Denn angelockt von den Schüssen preschten die anderen Soldaten bereits herbei.
”Es gibt zwei Möglichkeiten”, rief Dscherredin, kaum dass sich das Dutzend Soldaten unten versammelt hatte, ”entweder ihr greift uns an, dann werde ich jeden einzelnen von euch töten. Oder ...” Er ließ den Rest offen. Ich sah, dass einige gespannte und abschussbereite Armbrüste auf uns gerichtet waren. Außerdem verfügten sie noch über eine weitere Büchse, die, abgestützt von einem Stab, auf uns zielte.
Pico übersetzte flüsternd Dscherredins Worte. Währenddessen war das Geschrei des Verletzten zu einem leisen Wimmern abgeklungen. Einer seiner Kameraden besah sich die Wunde und zuckte mit den Schultern. Der Hauptmann schien unschlüssig zu sein. Ich war es auch und sank so langsam und unauffällig wie möglich auf die Knie, um Stück für Stück mehr zwischen den beiden Felsen zu verschwinden, die mir als Deckung dienten.
”Lad‘ nach”, zischte Dscherredin und warf mir das leergeschossene Terzerol zu. Dann folgten zwei Beutel mit Pulver, Kugeln, Wachspfropfen und Lunten. Auch er schien wenig Hoffnung zu haben, weiteres Blutvergießen verhindern zu können.
Der Hauptmann sagte etwas zu einem seiner Männer. Ich duckte mich weiter in die Deckung und begann hektisch die Waffe zu laden. Er schien jedoch nur befohlen zu haben, dass man die Wunde des Verletzten verbinden solle. Denn der Angesprochene setzte sich mit dem Verwundeten auf den Boden und begann, ihn notdürftig zu verarzten.
Dann sagte er etwas zu dem dicken Pico.
”Oder was?”, schrie Pico nach oben. Er bezog sich auf das Ultimatum, das Dscherredin den Schergen gestellt hatte.
”Entweder ich erschieße jeden von euch oder ihr gebt eure Waffen ab. Dann bekommt ihr mein Ehrenwort, euch am Leben zu lassen. Wenn ihr tut, was ich euch sage, wird niemand mehr verletzt.”
Kaum hatte Pico die Forderung übersetzt, brach eine lautstarke Diskussion unter den Soldaten aus. Sie waren zwar in der Überzahl, aber ohne Deckung. Sie standen wie auf einem Präsentierteller unten in dem ausgetrockneten Flussbett. Sie wussten nicht, über wie viele Waffen wir, insbesondere Dscherredin, verfügte, und er hatte ihnen bereits vorgeführt, dass er zu treffen verstand. Der Hauptmann mochte sich gute Chancen ausrechnen, uns mit einem massiven Angriff letztlich überwältigen zu können. Doch seine Männer wussten, dass sie einen hohen Blutzoll dafür würden zahlen müssen.
”Sag deinem Hauptmann, dass ich ihn als ersten erschießen werde, wenn ihr es wagt, uns anzugreifen!”, rief Dscherredin in die Schlucht. Pico übersetzte. Und aus meiner Deckung heraus sah ich, wie sich die Armbrüste senkten. Auch wenn der Hauptmann noch unschlüssig sein sollte, schien es doch, dass die meisten der Männer nicht kämpfen wollten.
”Entscheide dich schnell, sonst entscheide ich für dich!”, rief nun Dscherredin erneut und begab sich selbst in Deckung. Von unten war wohl nur der Lauf seiner Waffe zu sehen, die jetzt direkt auf den Hauptmann gerichtet war. Der sah sich hektisch um, hinter welchem Pferd oder welchen seiner Männer er sich in Deckung werfen könne. Doch als trage er das Zeichen eines Aussätzigen, rückten die Soldaten von ihm ab. Ich hörte, wie er fluchte und schließlich etwas schrie.
”Wir geben auf”, übersetzte Pico rasch. Dscherredin nannte umgehend die Einzelheiten seiner Bedingungen. Inzwischen hielt auch ich eines der Terzerole auf die Soldaten gerichtet. Ich staunte über die Kaltblütigkeit, mit der der Pirat der Übermacht seinen Willen aufzwang und wie er jede Einzelheit überdachte, um den Feinden keine Möglichkeit für eine Hinterlist zu geben. Unter unseren Augen wurden die Waffen auf einen Haufen gelegt und zu einem großen Paket verschnürt. Währenddessen mussten drei der Entwaffneten das Geröll der Lawine an einer Seite ein kleines Stück weit abtragen, so dass Picos Pferd, mit den Waffen beladen, gerade darüber hinweg geführt werden konnte. Es war meine Aufgabe, es entgegen zu nehmen. Dafür müsste ich bis hinter die Brücke zurücklaufen, wo ein kleiner Pfad in die Schlucht hinabführte. Dscherredin hielt die Soldaten unverdrossen und zu allem entschlossen in Schach.
Kaum waren sie entwaffnet, mussten sie noch mehr Geröll forträumen, so dass auch mein Wagen hindurchpasste. Nachdem auch er zusammen mit Dscherredins Pferd und den Reittieren der Soldaten glücklich in unserer Hand war, befahl der Pirat den Männern das Geröll wieder aufzuschichten.
Inzwischen rann ihnen einschließlich ihres Hauptmanns der Schweiß in Strömen über die wutverzerrten Gesichter. Dass sie für ihr Leben derart schuften mussten, hatten sie sich wahrscheinlich nicht gedacht.
Doch die Absperrung war Dscherredin noch nicht hoch genug. Deshalb bedeutete er mir, den Wagen, die erbeuteten Waffen und Pferde in Sicherheit zu bringen.
Wenig später hörte ich eine donnernde Explosion. Was einmal gelingt, empfiehlt sich für eine Wiederholung , dachte ich, als ich mich umdrehte und die Staubwolke emporsteigen sah. Der rotbärtige Pirat hatte eine weitere Steinlawine ausgelöst.
Als er mich kurz darauf einholte und auf sein Pferd schwang, sagte er lachend: ”Ohne Waffen werden sie uns nicht mehr gefährlich. Zu Fuß holen sie uns nicht mehr ein und um überhaupt aus ihrer Falle herauszuklettern, brauchen sie länger als wir, um zu verschwinden.” Dann ritt er voraus, bis wir wieder an jene Stelle kamen, wo unser gemeinsames Abenteuer begonnen hatte.
”Ich lasse dir ein gutes Schwert und fünf der Pferde”, sagte Dscherredin, ”zusätzlich zu deinem kannst du zwei weitere vor deinen Karren spannen. Er verfügt ja über zwei Deichseln. Damit bist du schnell genug, um den Kerlen endgültig zu entwischen. Du kannst die Pferde zu jeder Rast wechseln und brauchst deshalb nur kurze Pausen. Die übrigen Pferde und Waffen nehme ich und damit du nicht denkst, dass ich unsere Beute ungerecht teile, bekommst du noch dies.” Mit diesen Worten zog er aus seinem Gepäck ein zusammengefaltetes Stück Stoff, das silbern und schwarz eingefärbt war. ”Solltest du je mit einem eigenen Schiff auf dem Mittelmeer unterwegs sein und es wird von Piraten angegriffen, dann lass diese Fahne hissen. Ich versichere, dir, deinen Leuten, deinem Schiff und deiner Fracht wird nichts geschehen. Denn diese Flagge zeigt, dass du unter meinem persönlichen Schutz segelst.”
Ich wusste nicht, was ich darauf sagen sollte, und bevor ich mir eine Antwort zurecht legen konnte, wendete er sein Pferd und hob die Hand zum Abschied. ”Wir müssen uns beide beeilen, sonst ist unser mühsam erkämpfter Vorsprung bald nichts mehr wert. Leb wohl, mein Freund, und falls du irgendwann dein langweiliges Kaufmannsleben gegen Abenteuer eintauschen willst, bist du im Barbareskenstaat stets willkommen. Hab nochmals Dank.”
Mit diesen Worten trieb er die Herde der erbeuteten Pferden an und verschwand im scharfen Galopp hinter der nächsten Wegbiegung.
”Es war mir ein Vergnügen”, rief ich der Staubwolke hinterher und machte mich eilends ebenfalls auf den Weg.
Das Zusammentreffen zwischen dem Nürnberger Kaufmannssohn Arndt Beucker und Dscherredin Barbarossa, der Anfang des 16. Jahrhunderts zusammen mit seinem Bruder das Mittelmeer unsicher machte, war nur der Auftakt zu einer Reihe abenteuerlicher und dramatischer Ereignisse, die Arndt insbesondere auf dem letzten Stück seines Weges zwischen Nürnberg und Forchheim widerfahren sollten.